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Bilanz der Rüstungskonzerne

10.05.2019 12:14 Friedensforum Düsseldorf

Rheinmetall jubelt über Gewinne der Waffensparte. Jenoptik will wieder in Kriegsgebiete liefern

 
 
 Aus:        junge Welt    
 
Ausgabe vom 10.05.2019, Seite 1 / Kapital & Arbeit Rüstungsexporte

 
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Jenoptik-Zentrale in Jena

Die Rüstungssparte sorgt bei Rheinmetall für klingelnde Kassen. Einbußen bei Zulieferungen für die Autoindustrie wurden zum Jahresauftakt durch Zuwächse im Bereich »Defence« mehr als ausgeglichen, wie der Düsseldorfer Konzern am Donnerstag mitteilte. »Wir zeigen auf Konzernebene solides Wachstum – beim Umsatz wie auch beim Ertrag – und halten an unseren selbstgesteckten Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest«, erklärte der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger.

Im ersten Quartal verbuchte Rheinmetall ein Umsatzplus von 6,6 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro und einen Anstieg des operativen Ergebnisses (Ebit) um 15 Prozent auf 54 Millionen Euro. Allein die Rüstungssparte verbuchte 24 Prozent mehr Umsatz (nun 629 Millionen Euro) und ein höheres Ebit von jetzt neun Millionen Euro.

Dagegen haben Exportverbote im Rüstungsgeschäft den Technikkonzern Jenoptik in die roten Zahlen gedrückt. Die Abteilung mit dem Namen »Vincorion« fuhr im Auftaktquartal ein operatives Minus (Ebitda) von 400.000 Euro ein – nach einem Plus von 3,5 Millionen ein Jahr zuvor. Der Betriebsgewinn des gesamten Unternehmens fiel um 14,2 Prozent auf 23,8 Millionen Euro, wie Jenoptik am Donnerstag mitteilte. »Vincorion« liefere die Stromversorgung für »Patriot«-Abwehrraketen, deren Export in Länder, die am Krieg im Jemen beteiligt sind, untersagt wurde, sagte Jenoptik-Chef Stefan Traeger. Die Produkte seien jedoch bereits hergestellt, »und sobald irgend jemand sagt, wir dürfen die ausliefern, gehen die auf den Lkw und werden ausgeliefert. Momentan stehen sie eben auf dem Hof.« Und an Interessenten für die Mordwerkzeuge fehlt es nicht. Unter anderem wegen neuer Projekte für die »Patriot«-Systeme und den »Eurofighter« meldete das Unternehmen aus Jena insgesamt einen Anstieg des Ordereingangs um 5,6 Prozent. (Reuters/jW)

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