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Microsoft-Angestellte protestieren gegen Militärprojekt

26.02.2019 16:07 Friedensforum Düsseldorf

Wollen für die Industrie arbeiten, nicht für den Krieg

Microsoft will dem US-Militär seine Mixed-Reality-Brille Hololens zur Verfügung stellen und bekommt dafür fast eine halbe Milliarde US-Dollar. Dagegen regt sich Widerstand aus den Reihen der Mitarbeiter, für die damit eine Grenze überschritten wird.

Artikel veröffentlicht am 24. Februar 2019, 10:43 Uhr,

Microsoft bewirbt die Hololens vor allem für den Industrieeinsatz.
Microsoft bewirbt die Hololens vor allem für den Industrieeinsatz. (Bild: Microsoft)
 

"Wir sind ein weltweiter Zusammenschluss von Microsoft-Mitarbeitern und wir weigern uns, Technologie zur Kriegsführung und Unterdrückung herzustellen", heißt es in einem Brief an die Führung von Microsoft, der auf Twitter veröffentlicht wurde. Auslöser dieses Protests ist ein Vertrag von Microsoft mit dem US-Militär in Höhe von 480 Millionen US-Dollar, der vorsieht, die Mixed-Reality-Brille des Herstellers zum Training zu verwenden. Ziel des Projekts ist eine erhöhte "Tödlichkeit, Mobilität und situative Aufmerksamkeit".

"Wir sind erschrocken, dass Microsoft daran arbeitet, dem US-Militär Waffentechnologie bereitzustellen, um der Regierung eines Landes mit Werkzeugen, die wir gebaut haben, dabei zu helfen, die Tödlichkeit zu erhöhen", heißt es in der Petition. Die Initiative hat laut eigenen Angaben am ersten Tag schon über 100 Unterstützer im Unternehmen gefunden. "Wir haben nicht für die Entwicklung von Waffen unterschrieben und fordern ein Mitspracherecht bei der Verwendung unserer Arbeit", heißt es in dem Schreiben weiter.

Bisher wird die Hololens von Microsoft vor allem für interessierte Industriekunden hergestellt. Schon vor Jahren nannte Microsoft etwa Airbus, Dassault Systemes oder auch Saab als Kunden, die versuchsweise Projekte damit umsetzen. Auch die Deutsche Bahn nutzt die Technik. Der Vorteil liegt hier wohl darin, Schulungen und Training nicht am echten Objekt durchführen zu müssen, sondern eben nur virtuell. Das kann helfen, Geld zu sparen.

Die Initiative der Microsoft-Mitarbeiter kritisiert außerdem Microsofts Chefjuristen Brad Smith, der Angestellten angeboten habe, zu anderer Arbeit zu wechseln, wenn sie nicht an unmoralischen Projekten arbeiten wollten. Das ignoriert aus Sicht der Initiative aber das Problem, dass Entwickler an der Hololens gearbeitet haben, bevor dieser Vertrag überhaupt unterschrieben wurde. Die Beteiligten würden nun aber "in Kriegsgewinne verwickelt".

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