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Putins Rede zum Tag des Sieges auf dem Roten Platz in Moskau

11.05.2018 14:34 Friedensforum Düsseldorf

Bei seiner Ansprache vor Beginn der Militärparade aus Anlass des Tag des Sieges am 9. Mai sagte der russische Präsident Wladimir Putin unter anderem:

Die Zerschlagung der Nazis war ein grandioser, triumphaler Sieg, und alle Länder und Völker verstanden damals, dass es die Sowjetunion war, die den Ausgang des Zweiten Weltkriegs entschieden hatte; dass es unsere Soldaten und unser Volk waren, die diese opferreichen Heldentaten vollbracht hatten. Unser Volk hat den Sieg unter schwersten, unerträglichen Verlusten errungen, es hat mit seinem beispiellosen Mut an der Front und im Hinterland die Ehre und Unabhängigkeit seiner Heimat verteidigt. Heute versuchen manche, die Leistung unseres Volkes zu leugnen, das Europa und die Welt vor Versklavung und Vernichtung, vor dem Horror des Holocaust gerettet hat, die Geschichte des Krieges verfälscht darzustellen und die wirklichen Helden dem Vergessen zu überantworten. Das werden wir nicht zulassen. Niemals!

Normalerweise ist es nicht üblich, an einem Feiertag wie dem heutigen daran zu erinnern, wie sich die übrigen Länder während des Zweiten Weltkriegs verhalten haben. Aber wahrscheinlich muss man der ­Erinnerung mancher Leute heute nachhelfen. Wir werden immer stolz darauf sein, dass das sowjetische Volk nie gewankt hat, dass es sich nie vor dem grausamen Feind gebeugt hat, während andere Staaten zur gleichen Zeit die Schande der Kapitulation, des heuchlerischen Appeasements oder der direkten Zusammenarbeit mit den Nazis vorgezogen haben.

RLS - Marx200

Unser Volk hat auf Leben und Tod gekämpft. Kein Land der Welt hat je einen solchen Angriff abgewehrt, keines hat unter dem Beschuss des Aggressors Millionen Menschen und Tausende Fabriken evakuiert, die am neuen Standort praktisch sofort Gerät und Munition für die Front produziert haben. Wir haben das eigentlich Unmögliche geschafft.

Unsere Truppen haben in den entscheidenden Schlachten um Moskau und Stalingrad, bei Kursk, am Dnjepr und beim Durchbruch ins belagerte Leningrad grandiose Siege errungen. Sie haben europäische Hauptstädte befreit und mit dem entscheidenden Sturm Berlin genommen. Und in dieser ganzen Zeit war es völlig unwichtig, wer wo geboren war, wo er vor dem Krieg gelebt hatte, welche Nationalität er hatte oder welchen Glauben er praktizierte. Alle hatten ein gemeinsames Vaterland. Alle kämpften, solange ihre Kräfte reichten, bis zur letzten Patrone und zum letzten Tropfen Blut. Der 9. Mai vereint alle Generationen in einer Geschichte des Mutes.

Wir gedenken der Tragödie beider Weltkriege, wir ziehen Lehren aus der Geschichte, und diese erlauben uns nicht, blind zu werden. Hinter den neuen Bedrohungen stehen immer wieder dieselben alten widerwärtigen Eigenschaften: Egoismus und Intoleranz, aggressiver Nationalismus und Ansprüche auf Exklusivität. Wir verstehen den ganzen Ernst dieser Gefahren. Alle Länder, die ganze Menschheit, sollten sich bewusst werden, wie zerbrechlich die Welt ist, und dass nur unser gemeinsames Bestreben, einander zuzuhören, sich zu vertrauen und einander zu achten, sie stabilisieren kann.

Übersetzung: Reinhard Lauterbach

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